Faltentherapie

Injektionsverfahren

Übersicht:
1. Hyaluronsäure
2. Kollagen
3. Eigenfett
4. Milchsäure
5. Botulinumtoxin A
6. Acrylate (Polymethylmethacrylat/PMMA)
7. Schaumstoffschläuche/Goretexfäden/Aptosfäden

 
Nähere Informationen zu 1. Hyaluronsäure und 2. Kollagen:
Das Bindegewebe in der Lederhaut (Dermis) enthält kollagene Faserbündel, die die Lederhaut stützen und wasserbindende Hyaluronsäuremoleküle, die Volumen aufbauen. Bei der Falteninjektion werden diese beiden Strukturbausteine des Bindegewebes, die „fehlerhaft“ geworden sind, wieder hinzugefügt.
 

1. Hyaluronsäure

Allgemeines:
Hyaluronsäure ist ein natürlicher Zuckerstoff (Polysaccharid), der in der menschlichen Haut eine wichtige Funktion für ihre Spannkraft und ihren Wasserhaushalt erfüllt. Die injizierte Hyaluronsäure führt zur Auffüllung der bereits vorhandenen, aber im Bereich der Falten verminderten Füllsubstanz zwischen den kollagenen Bindegewebsfasern.
Da Hyaluronsäure bei Mensch und Tier chemisch nahezu identisch ist, besteht für diese Substanz und ihre chemisch etwas veränderten, injizierbaren Abkömmlinge eine hohe Gewebeverträglichkeit. Wir verwenden Präparate nicht-tierischer Herkunft, eine Vortestung hiermit ist nicht erforderlich.
 

Besonderheiten:
Das Einsatzgebiet sind oberflächliche bis mitteltiefe Falten begrenzter Ausdehnung, hierfür verwenden wir die unvernetzte bzw. quervernetzte (stabilere) Form des Präparates. I. d. R. sind bei oberflächlichen Fältchen eine Injektion, bei mitteltiefen Falten 2 – 3 Injektionen im Abstand von ca. 6 Wochen, dann 5 – 9 Monaten zur Erzielung eines guten Ergebnisses erforderlich.
Unmittelbar nach der Injektion mit feinen Kanülen, die mehrfach im Verlauf einer Falte durchgeführt werden muss, können sich leichte Rötungen, manchmal auch leichte Schwellungen bilden, die i. d. R. nach 24 Stunden vergehen. Bisweilen auftretende kleine Blutergüsse können überschminkt werden, diese vergehen nach ca. 1 Woche.
Da Hyaluronsäure einem biologischen Abbauprozess unterliegt, muss mit Nachinjektionen zur Aufrechterhaltung des Ergebnisses nach 6 – 12 Monaten gerechnet werden.

Über weitere Besonderheiten im Zusammenhang mit der Injektion kann nur das individuelle ärztliche Aufklärungsgespräch informieren.
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2. Kollagen

 Allgemeines:
Bei den Kollagenen handelt es sich um Eiweißpräparate aus kontrollierten Rinderbeständen in den USA. Die verschiedenen Produkte unterscheiden sich durch ihren unterschiedlichen Kollagengehalt pro ml sowie durch zusätzliche gewebeverstärkende Quervernetzungen. Die Substanzen werden vollständig in das körpereigene Bindegewebe (Kollagen) integriert und es kommt zu einer natürlichen Einsprossung von Blutgefäßen und Bindegewebszellen (Fibroblasten) in das Material.

 
Besonderheiten:
Aufgrund einer möglichen seltenen Allergie auf Kollagen muss vier Wochen vor Erstbe-handlung eine Testinjektion am Unterarm durchgeführt werden.

Das Einsatzgebiet sind oberflächliche bis mitteltiefe Falten begrenzter Ausdehnung, hierfür verwenden wir die unvernetzte bzw. quervernetzte (stabilere) Form des Präparates. I. d. R. sind bei oberflächlichen Fältchen eine Injektion, bei mitteltiefen Falten 2 – 3 Injektionen im Abstand von ca. 6 Wochen, dann 5 – 9 Monaten zur Erzielung eines guten Ergebnisses erforderlich.
Unmittelbar nach der Injektion mit feinen Kanülen, die mehrfach im Verlauf einer Falte durchgeführt werden muss, können sich leichte Rötungen, manchmal auch leichte Schwellungen bilden, die i. d. R. nach 24 Stunden vergehen. Bisweilen auftretende kleine Blutergüsse können überschminkt werden, diese vergehen nach ca. 1 Woche.
Da auch Kollagen einem biologischen Abbauprozess unterliegt, muss mit Nachinjektionen zur Aufrechterhaltung des Ergebnisses nach 6 – 12 Monaten gerechnet werden.

Über weitere Besonderheiten im Zusammenhang mit der Injektion kann nur das individuelle ärztliche Aufklärungsgespräch informieren.
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3. Eigenfett

Allgemeines:
Den Eigenfett-Transfer verwenden wir überall dort, wo im Rahmen der Hautalterung Volumendefizite auftreten, so z. B. bei Hohlwangen, tiefen Nasolabialfalten, dünner Haut an Handrücken, eingefallenen Augenringen.Die erforderlichen Fettzellen müssen in einem zweiten Eingriff in Tumeszenz-Lokal-anästhesie (s. Kapitel Liposuktion) z. B. aus der Unterhaut von Bauch oder Hüfte entnommen werden. Dieses Material unterliegt einer speziellen Aufarbeitung, bis es an den o. g. Orten gespritzt werden kann. Der größere überschüssige Anteil wird tiefgefroren und kann portionsweise im Abstand von 4 – 6 Monaten nachinjiziert werden. Diese Folgebe-handlungen sind notwendig, da nur ein gewisser Anteil der gespritzten Fettzellen angeht, andererseits ein Teil am neuen Ort auch abgebaut wird. Auffrischungen alle 1,5 – 2 Jahre sind üblich. Unmittelbar nach der Injektion mit mittleren Kanülen, die mehrfach im Verlauf einer Stelle durchgeführt werden muss, können sich leichte Schwellungen bilden, die i. d. R. nach 2-3 Tagen vergehen. Bisweilen auftretende Blutergüsse können überschminkt werden, diese vergehen nach ca. 1 Woche.

Über weitere Besonderheiten im Zusammenhang mit der Injektion kann nur das individuelle ärztliche Aufklärungsgespräch informieren.
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4. Milchsäure (New Fill/Sculptra)

Allgemeines:
Die seit mehreren Jahren für die Faltenbehandlung verfügbare Substanz Polymilchsäure hat bereits eine langjährige Verwendung für andere Einsatzgebiete (u. a. selbstauflösendes Hautnahtmaterial, Bestandteil von speziellen Tablettendarreichungsformen). Die Substanz wird labortechnisch hergestellt, sie wird in tiefere Schichten der Haut injiziert (Grenze zwischen Kollagenschicht und Fettgewebe).

 
Besonderheiten:
Milchsäure-Injektionen verwenden wir überall dort, wo im Rahmen der Hautalterung Volumendefizite auftreten, so z. B. bei Hohlwangen, tiefen Nasolabialfalten, dünner Haut an Handrücken, eingefallenen Augenringen. Sie sind ungeeignet für flache Fältchen oder das Lippenrot.
Es wird in tiefere Schichten der Haut, bzw. ins obere Fettgewebe gespritzt, eine Zweitbehandlung nach 6 Wochen, sowie eine dritte nach 6 – 9 Monaten sind zur Erzielung guter Resultate meist erforderlich. Auffrischungen ca. alle 1,5 Jahre sind sinnvoll.

Unmittelbar nach der Injektion mit mittleren Kanülen, die mehrfach im Verlauf einer Falte durchgeführt werden muss, können sich leichte Rötungen, manchmal auch leichte Schwellungen bilden, die i. d. R. nach 24 Stunden vergehen. Bisweilen auftretende kleine Blutergüsse können überschminkt werden, diese vergehen nach ca. 1 Woche.

Über weitere Besonderheiten im Zusammenhang mit der Injektion kann nur das individuelle ärztliche Aufklärungsgespräch informieren.
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5. Botulinumtoxin A

Allgemeines:
Falten entstehen nicht nur durch eine Verdünnung der Lederhaut und einem Verlust der Wasserbindungskapazität derselben, sondern auch durch das individuell unterschiedlich ausgeprägte mimische Muskelspiel (z. B. Zornesfalten zwischen den Augenbrauen, sog. Krähenfüße im seitlichen Augenbereich, waagerechte Kinnfalte). Hier setzt die Wirkung von Botulinumtoxin A ein: Dieser Eiweißwirkstoff des Bakteriums Clostridium botulinum blockiert die Übertragung von Nervenimpulsen an Zellen der mimischen Muskeln, so dass diese nicht mehr "arbeiten" können, mit der Folge einer Faltenglättung.
 

Besonderheiten:
Berüchtigt ist das Toxin aus vergangener Zeit als Bakteriengift in verdorbenen Wurstwaren (Wurstgift), das tödliche Vergiftungen auslösen konnte.
In sehr geringen Wirkstoffkonzentrationen wird es über viele Jahre weltweit von erfahrenen Behandlern für verschiedene medizinische Probleme eingesetzt (Lidkrämpfe=Blepharospasmus, Schiefhals=Torticollis, lokalisiertes übermäßiges Schwitzen z. B. der Achselhöhlen =Hyperhidrosis (s. Schwitzbehandlung), bestimmte Migräneformen), sowie im Bereich der ästhetischen Medizin.

Die Behandlung erfolgt über einige Injektionspunkte mit feinster Kanüle, es resultiert jeweils ein leicht brennendes Gefühl, sehr selten kommt es bei einem Injektionspunkt zu einem ca. 5 mm großen Bluterguß. Dieser kann überschminkt werden, ansonsten ist ca. 30 Min. nach der Behandlung äußerlich kein Zeichen einer ästhetischen Behandlung sichtbar. Die Wirkung setzt nach ca. 3 – 5 Tagen ein.
Eine unerwünschte Auswirkung auf benachbarte Muskeln, z. B. den Lidheber, ist äußerst selten.
Die Wirkdauer beträgt bei Erstinjektion i. d. R. ca. 4 – 5 Monate, bei wiederholten Injektionen auch deutlich länger.

Über weitere Besonderheiten im Zusammenhang mit der Injektion kann nur das individuelle ärztliche Aufklärungsgespräch informieren.
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6. Acrylate (Polymethylmethacrylat/PMMA)

Allgemeines:
Das Injektionspräparat Artecoll liegt als Suspension von sog. PMMA-Mikrosphären (Acrylatteilchen) in Rinderkollagen vor. Die Grundsubstanz hat eine weite medizinische Verbreitung als dauerhaftes Material z. B. für Knochenzement und künstliche Augenlinsen.Nach der Injektion werden die Artecollmikrosphären von körpereigenen Kollagenfasern ummantelt und durchzogen, so dass eine zusätzliche bindegewebige Auffüllung der Falte erfolgt. Die Acrylatteilchen sind nicht abbaubar und verbleiben nach derzeitigem Kenntnisstand lebenslang in der Haut.
 

Besonderheiten:
Aufgrund des Kollagengehaltes der Suspension ist eine Kollagenallergietestung 4 Wochen vor Erstbehandlung am Unterarm notwendig.
Das Präparat wird in die tieferen Anteile der Kollagenschicht gespritzt, leichte Massage nach Anweisung ist in den ersten Tagen sinnvoll.
Nach 2 bis 6 Monaten kann eine erneute Injektion erforderlich sein, bis das gewünschte Resultat erreicht ist.
Das Haupteinsatzgebiet von Artecoll sind tiefere Falten des Nasolabialbereiches, des Kinns, hängende Mundwinkel (und spezielle vertiefte Narben).
Da sehr selten sog. Fremdkörpergranulome auftreten können, d. h. knötchenförmige Entzündungsreaktionen auf das eingebrachte Material, wenden wir dieses Verfahren nur bei sehr speziellen Einsatzgebieten an.

Unmittelbar nach der Injektion mit mittleren Kanülen, die mehrfach im Verlauf einer Falte durchgeführt werden muss, können sich leichte Rötungen, manchmal auch leichte Schwellungen bilden, die i. d. R. nach 24 Stunden vergehen. Bisweilen auftretende kleine Blutergüsse können überschminkt werden, diese vergehen nach ca. 1 Woche.

Über weitere Besonderheiten im Zusammenhang mit der Injektion kann nur das individuelle ärztliche Aufklärungsgespräch informieren.
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7. Schaumstoffschläuche/Goretexfäden/Aptosfäden

Allgemeines:
Tiefe Nasolabial- oder Glabellafalten (zwischen den Augenbrauen) lassen sich durch Unterfädeln von Schaumstoffschläuchen bzw. Goretexfäden anheben. Auch für die Volumenauffüllung des Lippenrotes verwenden wir diese Techniken.

 
Besonderheiten:
Die Einfädelung dieser Materialien erfolgt in örtlicher Betäubung, auch im Bereich des Lippenrotes. Beim Volumenaufbau der Lippen sind örtliche Schwellungen, auch leichte Blutergüsse für eine Woche zu erwarten. Bei gutem Sitz können die Materialien lebenslang verbleiben, es sei denn es kommt über etliche Jahre zu einer leichten örtlichen „Verschiebung“. In diesem Falle müssen die Implantate wieder entfernt werden.

Bei den neueren Aptosfäden handelt es sich um zägezahnartige Kunststofffäden, die in lokaler Betäubung überwiegend in das Fettgewebe der Wangenhaut eingebracht werden. Hierdurch kommt es zu einer Straffung der Wangenhaut, so dass auch die Nasolabialfalte mit dem Wangenüberhang nicht mehr so betont ist. Ein Teil der Patienten kann das sog. operative Wangenlifting hierdurch verhindern oder zeitlich herausschieben.
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Veröffentlichungen von Dr. med. Uwe Wlotzke zum Thema Lasermedizin/ästhetische Verfahren.